Im integrierten DIALOG-System Web und Print miteinander verheiratet

Unter dem treffenden Slogan „Mehr drin, näher dran, gut verpackt“ hat die Nordsee-Zeitung ihre Leser umfassend über einen gelungenen Relaunch ihres Printprodukts informiert. Die Zeitung spielt die Stärken des integrierten DIALOG-Systems voll aus und hat Web und Print „miteinander verheiratet“.

Nordsee-Zeitung integriertes System Web und Print verheiratet

© Nordsee-Zeitung

Christoph Willenbrink, stellvertretender Chefredakteur der Nordsee-Zeitung und verantwortlich für den Relaunch und die technischen Prozesse, beschreibt den Rahmen des neuen Layouts: „Wir haben typografisch, gestalterisch und hinsichtlich der Ordnung aufgeräumt und damit mehr Ruhe in das Produkt gebracht.“

Neue Schriften für bessere Lesbarkeit

Mit neuen Schriften sei für eine bessere Lesbarkeit gesorgt worden. Die Schriftveränderungen der Zeitung sind dabei ausgesprochen intelligent: Noto Serif wurde als neue Grundschrift gewählt. Bei dieser Schriftenfamilie sind die kleinen Buchstaben im Verhältnis zu den Großbuchstaben etwas größer als üblicherweise. Es ist eine gut laufende Schrift im Web und im Print. Da sie zuvor bereits für die Web-Seiten genutzt wurde, sind Web und Print nun wirklich aus einem Guss. Dazu wurde den Texten im Print mehr Weißraum gegönnt.

Der Dortmunder Designer Peter Johansmeier hat die Nordsee-Zeitung seit einer großen Reform 2009 immer wieder bei kleineren und größeren Gestaltungsfragen beraten. So auch diesmal. Grundsätze, die 2009 formuliert wurden, haben bis heute Gültigkeit, stellt Peter Johansmeier erfreut fest, gleichzeitig machen aber die veränderten Lesegewohnheiten Anpassungen notwendig. Chefredakteur Christoph Linne spricht von einer sorgfältigen Balance bei den Veränderungen: Wichtigen Themen mehr Raum geben, ohne andere relevante Ereignisse zu vernachlässigen.

Nur noch wenige Eingriffe für Print

Produktionstechnisch hat das Zusammenwachsen von Print und Web auch durchgreifende Folgen, denn der bisherige Printprozess ist abgelöst worden durch einen Web-to-Print-Prozess. Das Web hat also Vorrang. „Alles, was für das Web produziert wird, hat entsprechende Gegenstücke im Print“, berichtet Christoph Willenbrink. Für jeden Web-Artikel finden sich im System für Print mehrere Muster, die jeweils andere Möglichkeiten der Präsentation bieten.

Alle bisher in Web und Print genutzten Muster wurden dafür durch neue ersetzt. Dadurch gelingt es, die Inhalte passgenau vom Web in Printmuster zu übernehmen, ohne dass noch großartig Textteile neu formatiert oder umgehoben werden müssen, so Christoph Willenbrink. Mit guten Folgen: Es sind bei der abschließenden Printproduktion nur noch wenige Eingriffe für Print notwendig. Die nicht immer einfach den Journalisten nahezubringende Form der Standardisierung wirke ausgesprochen positiv auf die Arbeitsabläufe, sagt Christoph Willenbrink. Lokale Seiten sollen für Print so durch das Platzieren fertiger Stücke und der nur noch leichten Konfektion innerhalb von nur 20 Minuten fertiggestellt sein, so das Ziel.

Arbeitsabläufe werden überprüft

Zwei Aufgaben waren parallel zu lösen. Die erste Frage lautete: „Wie müssen Seiten aussehen, damit sie gut lesbar sind, also aus Sicht des Kunden?“. Die zweite Frage war ebenso wichtig: „Wie sehen Seiten aus, die sich dabei möglichst einfach produzieren lassen?“. Hierfür wurden unter anderem klare Hierarchien in den Artikelformaten festgelegt und dazu ein Raster für die Seiten entwickelt, die ein modulares Produzieren der Seiten erlaubt.

Zur Zeit werden die Arbeitsabläufe überprüft, die technischen Prozesse optimiert, Muster angepasst. Bei der Konsolidierung des Systems geht es darum festzustellen, ob der Aufwand etwa bei der Produktion des Mantels für insgesamt acht weitere Titel noch zu optimieren ist. In den nächsten drei Monaten müssen dazu Erfahrungen gesammelt werden. Dann werden die nächsten Relaunch-Schritte folgen können.

Mehr Leservergnügen bieten

Es soll beispielsweise ein neues Wochenendprodukt etabliert werden, mit dem klaren Ziel: „Mehr Lesevergnügen am Wochenende bieten“. Dazu werden die vorhandenen Seiten derzeit einer kritischen Analyse unterzogen und es werden neue Seiten, neue Themen, auch im Tagesgeschäft ins Produkt kommen. Mit diesen Aufgaben und den weiteren Layoutschritten wird das Team bis ins nächste Frühjahr beschäftigt sein.

Mit einer Erklärseite bei der Einführung der neuen Nordsee-Zeitung und einem Mailing an alle Abonnenten im Vorfeld wurde die Leserschaft informiert. Drastische Veränderungen werden von den Lesern abgelehnt, bei moderaten Veränderungen gehen sie mit, lautet die eindeutige Erfahrung. „Die Erwartung, über einen Relaunch könne man neue Kundschaft gewinnen, geht sicherlich von überholten Vorstellungen aus“, sagt Christoph Willenbrink. Vielmehr werden, so Studien, die die Entwicklungsgruppe zu Rate gezogen hat, ein entspanntes Äußeres, Klarheit in der Gruppierung und ein gut lesbares Schriftbild neben dem Informationsgehalt als wichtigste Kriterien für Tageszeitungen gesehen.

"Das honorieren die Leser"

Handlungsleitend war dabei die Erkenntnis, dass heutzutage deutlich mehr als 70 Prozent der Leser, die älter als 50 Jahre sind und damit die Hauptzielgruppe der Zeitungen darstellen, eine Brille tragen. „Da helfen die Klarheit in der Struktur, in der Bildsprache und in der Schrift. Das honorieren die Leser“, beschreibt Christoph Willenbrink die ersten Reaktionen nach dem Relaunch. Am Ende sollen sich die Leser mit ihrer Zeitung so wohlfühlen, wie in ihrem Wohnzimmer, meinen die Zeitungsleute in Bremerhaven. Mit behutsamen Schritten sind sie auf dem richtigen Weg.

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