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Werbung auf mobilen Endgeräten

Eine Zeitungs-App als klickbares PDF reicht nicht aus, um von den Nutzern akzeptiert zu werden. Zu diesem Ergebnis kommen Untersuchungen der Hochschule der Medien in Stuttgart. Wie Prof. Christof Seeger beim „Ettlinger Dialog“ berichtete, gibt mehr als die Hälfte der Tablet-Besitzer an, auf eine Printversion ihrer Zeitung verzichten zu können, „wenn eine Zeitungs-App gut gemacht und gestaltet wurde“.

Professor Seeger von der Hochschule der Medien in Stuttgart

Professor Seeger von der Hochschule der Medien in Stuttgart

Die Hochschule der Medien hat auf die Veränderungen der Medien-Nutzung mit der Gründung eines „App Design- und Entwicklungscenters“ (ADEC) reagiert. Seeger sagte, Aufgaben und Ziele des ADEC seien grundlegende Erkenntnisse im Bereich der Klassifikation, der Konzeption sowie der Gestaltung und Herstellung von vorwiegend Publikations-Apps auf Apple oder Android-Systemen. Ein Hemmschuh für die Nutzung des mobilen Internets seien die nach wie vor langsamen Übertragungsgeschwindigkeiten, meinte Seeger. Darauf müssten die Inhalte Rücksicht nehmen. Das gelte sowohl für redaktionelle Inhalte wie auch für das Werbeumfeld. Seeger sieht noch deutliches Entwicklungspotential bei der gesellschaftlichen Durchdringung von mobiler Internetnutzung.

Nach seinen Worten gibt es ein großes Interesse der Leser an Nachrichten auf Tablets. An erster Stelle rangiere dabei die Aktualität der Nachrichten. Einer automatischen Aktualisierung sei somit der Vorzug zu geben. Auch deshalb reiche es nicht aus, Zeitungsinhalte in ein PDF umzuwandeln und dies als digitale Variante anzubieten, erklärte Seeger. „Wenn das vorhandene Potenzial erschlossen werden soll, müssen sich die Verlage mit Mobile Marketing auseinandersetzen“, forderte der Medienwissenschaftler. Bei Online-Medien können Anzeigen schneller als bei der klassischen Zeitung als störend empfunden werden. Sie fallen nach Seegers Worten oft negativ durch schrille Farben, aufdringliches Blinken oder störende Platzierung auf, zum Beispiel als Layer Ad über dem Inhalt, die dann erst umständlich weggeklickt werden muss. „Anzeigen sollten Konzentration und Lesefluss des Nutzers nicht willkürlich unterbrechen“, verlangte Seeger. Denn vor allem bei kostenpflichtigen Apps kann dies sonst auf Seiten des Nutzers zu Frustration und Unverständnis führen.

Seeger sprach sich mit Blick auf mobile Werbeformen dafür aus, die Qualifizierung der Verkaufsmitarbeiter und die Standardisierung der Werbeformen voranzutreiben. Die Verlage müssten schon früh als sachkundiger Berater in der Konzeptionsphase für digitale Werbeformen beim Werbekunden mit am Tisch sitzen.

Prof. Christof Seeger nannte beim „Ettlinger Dialog“ vier generelle Design- und Usabilityprinzipien für Zeitungs-Apps, die bei deren Planung und Erstellung beachtet werden müssen:

Design for touch

Unabhängig vom Gerätehersteller müssen Mindestgrößen für „Touch-Areas“ eingehalten werden. Abstände und Anordnung zwischen den klickbaren Elementen sind zu beachten.

Design for medium

Es gibt viele unterschiedliche Ausgabegeräte mit unterschiedlichen Auflösungen und Bildschirmgrößen. Eine gute Werbung lässt sich schnell an die unterschiedlichen Ausspielkanäle anpassen.

Design for modus

Portrait oder Landscape (also: Hoch- oder Querformat)

Design for system

Bei Multimedia-Inhalten sind Beschränkungen zu beachten, weil beispielsweise Flash-Programmierung auf iOS nicht möglich ist.