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Andreas Johannes, Geschäftsführer von Datomino:

Mit Datenanalyse Wege aus der Kostenfalle finden

Datomino-Geschäftsführer Andreas Johannes.

Datomino-Geschäftsführer Andreas Johannes.

Datomino-Chef Andreas Johannes nennt zwei eher kleine Zahlen, die aber gewaltige Wirkungen entfalten können: Wenn die zuzustellende Auflage um 1 % zurück geht, dann reduziert sich die Laufzeit der Zeitungsboten jedoch nur um etwa 0,25 %.
Allein durch diesen Effekt würde der Vertrieb langsam aber sicher immer teurer. Wenn man nicht gegensteuert.

Eine genaue Analyse der Bezirksstrukturen ist also unumgänglich. Da bestehende Gebietsstrukturen nach den Worten von Andreas Johannes oft historisch gewachsen sind, stellen sie keine idealen Laufwege dar, mit denen die Laufzeit eines Zustellers gesenkt werden kann.

Neben dem Laufweg definiert die Lage der Abladestellen die Zeit für das Nachladen und damit auch die Gesamtzeit. An diesen beiden Stellschrauben setzen die Experten von Datomino unter anderem an. Sie bringen mit einer Tiefenanalyse der Daten größtmögliche Transparenz in die Verlagslogistik. Mit zahlreichen konkreten Beispielen aus der Praxis illustrierte Johannes beim Medien-Tag das vorhandene Optimierungspotential. Wenn es etwa gelingt, bei einem Zeitungsboten die Laufzeit um nur 11 Minuten zu reduzieren, stellt sich eine Kostenersparnis von 2,20 Euro pro Verteiltag und mehr als 660 Euro im Jahr ein.

Durch ungünstig gelegene Abladestellen kann sich in einem Zustellbezirk schnell ein zusätzlicher Laufweg zwischen 1000 und 1500 Meter ergeben. Wenn solche Mehrmeter jedoch verhindert werden können, ergeben sich Kostenreduzierungen zwischen 250 und 1000 Euro im Jahr. Anhand von Kartendarstellungen und Kostenrechnungen kann Johannes nachweisen, wo sich Wege aus der Kostenfalle auftun.

Der Mindestlohn mit seinen regelmäßigen Anpassungen und die sinkenden Printauflagen entwickeln nämlich zusammengenommen eine gefährliche Dynamik. Wenn man die Auflagenentwicklung des vergangenen Jahrzehnts auf die nächsten zehn Jahre projiziert, dann liegen die Auflagen im Jahr 2026 bei einem Drittel des Niveaus von 2005.

Gleichzeitig stößt der staatlich verordnete Mindestlohn mit seinen Erhöhungen alle zwei Jahre, mit Nachtzuschlägen von 10 % und Lohnnebenkosten von 30 % gerechnet, laut
Johannes in die Größenordnung von bald 16 Euro vor. Wegstrecken, Laufzeiten, Abladestellen und Zustellbezirke zu optimieren wird damit zur Hauptaufgabe für den modernen Vertrieb.

Da Zusteller nach geleisteter Arbeitszeit entlohnt werden, müssen sie auch Mehr-, Minder- und  Pausenzeiten angeben, da diese keine Arbeitszeit darstellen, erklärt Johannes. Für die Arbeitszeitkontrolle haben seine Spezialisten Soft- und Hardware entwickelt. Zum Beispiel mit einer Art Armbanduhr, der „Trackwatch“, können alle Zeiten durch den
Zusteller exakt dokumentiert werden.

Datomino, ein Spezialist für Datenanalyse, Tourenplanung, Adressprüfung, Außendienststeuerung und Technikereinsatz, und Funkinform, mit seinem neuen Vertriebssystem „DIALOG Vertrieb“, arbeiten bei Kundenverlagen zusammen.

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